Die Gustav Klimt Familie spielte eine größere Rolle in seinem Leben, als viele seiner berühmten Gemälde vermuten lassen. Der österreichische Maler wuchs mit sechs Geschwistern in einfachen wirtschaftlichen Verhältnissen auf, arbeitete später eng mit seinem Bruder Ernst und blieb bis zu seinem Tod eng mit seiner Mutter und seinen Schwestern verbunden.
Auch sein Privatleben war ungewöhnlich. Klimt heiratete nie, hatte mit Emilie Flöge jedoch eine lebenslange enge Beziehung. Gleichzeitig sind mehrere uneheliche Kinder dokumentiert. Die Klimt Foundation geht von insgesamt sechs Kindern aus drei Beziehungen aus.
Schnellinformationen zur Familie von Gustav Klimt
| Information | Fakten |
|---|---|
| Geboren | 14. Juli 1862 in Baumgarten bei Wien |
| Vater | Ernst Klimt senior, Goldgraveur |
| Mutter | Anna Klimt |
| Geschwister | Zwei Brüder und vier Schwestern |
| Bruder und Künstlerkollege | Ernst Klimt |
| Engste Lebensgefährtin | Emilie Flöge |
| Verheiratet | Nein |
| Dokumentierte uneheliche Kinder | Sechs laut Klimt Foundation |
| Erster dokumentierter Sohn | Gustav Ucicky |
| Gestorben | 6. Februar 1918 in Wien |
Inhaltsverzeichnis
- Wie sah Gustav Klimts Herkunftsfamilie aus?
- Welche Geschwister hatte Gustav Klimt?
- Welche Rolle spielte sein Bruder Ernst?
- Wer war Emilie Flöge für Gustav Klimt?
- Hatte Gustav Klimt Kinder?
- Wie beeinflusste seine Familie seine Karriere?
- Was geschah mit seiner Familie nach seinem Tod?
Wie sah Gustav Klimts Herkunftsfamilie aus?
Gustav Klimt wurde am 14. Juli 1862 als zweites von sieben Kindern geboren. Sein Vater Ernst Klimt senior war Goldgraveur, seine Mutter hieß Anna Klimt. Die neunköpfige Familie lebte zeitweise unter schwierigen finanziellen Bedingungen.
Diese wirtschaftliche Situation prägte Klimts Jugend. Bereits während seiner Ausbildung an der Wiener Kunstgewerbeschule übernahm er erste Aufträge und trug damit zum Familienunterhalt bei. Das Wien Museum verweist ausdrücklich darauf, dass der junge Künstler mit Porträts und anderen Arbeiten Geld für die Familie verdiente.
Welche Geschwister hatte Gustav Klimt?
Klimt hatte sechs Geschwister: Klara, Ernst, Hermine, Georg, Anna und Johanna. Seine Brüder Ernst und Georg schlugen ebenfalls künstlerische beziehungsweise kunsthandwerkliche Wege ein.
Besonders eng war die berufliche Verbindung zu Ernst Klimt. Gustav, Ernst und Franz Matsch gründeten eine Künstlergemeinschaft, die später als „Künstler-Compagnie“ bekannt wurde. Gemeinsam erhielten sie bedeutende Aufträge für öffentliche Gebäude in Wien.
Die Geschwister im Überblick:
- Klara Klimt, geboren 1860
- Ernst Klimt, geboren 1864
- Hermine Klimt, geboren 1865
- Georg Klimt, geboren 1867
- Anna Klimt, geboren 1869 und bereits 1874 gestorben
- Johanna Klimt, geboren 1873
Welche Rolle spielte sein Bruder Ernst?
Ernst Klimt war nicht nur Gustavs Bruder, sondern auch sein enger beruflicher Partner. Gemeinsam arbeiteten sie unter anderem an Dekorationen für Theater und repräsentative Gebäude.
1891 heiratete Ernst Helene Flöge, die Schwester von Emilie Flöge. Dadurch wurden die Familien Klimt und Flöge miteinander verbunden. Nach Ernsts frühem Tod im Dezember 1892 übernahm Gustav die Vormundschaft für dessen kleine Tochter Helene.
Das Jahr 1892 war für Klimt besonders schwer: Im Juli starb sein Vater, nur wenige Monate später sein Bruder Ernst. Danach löste sich auch die Künstler-Compagnie zunehmend auf.
Wer war Emilie Flöge für Gustav Klimt?
Emilie Flöge lernte Gustav Klimt spätestens über die Ehe ihrer Schwester Helene mit Ernst Klimt näher kennen. Sie wurde anschließend über Jahrzehnte zu einem der wichtigsten Menschen in seinem Leben. Die Albertina bezeichnet sie als seinen „engsten Lebensmenschen“.
Emilie war selbst eine erfolgreiche Modeschöpferin. Gemeinsam mit ihren Schwestern führte sie ab 1904 den Wiener Modesalon „Schwestern Flöge“. Das Paar verbrachte regelmäßig die Sommermonate gemeinsam am Attersee.
Ob Klimt und Flöge eine klassische Liebesbeziehung führten, lässt sich nicht eindeutig beweisen. Sicher ist: Sie waren lebenslang eng verbunden, heirateten aber nie. Nach Klimts Tod erhielt Flöge Werke aus seinem Nachlass und kümmerte sich weiterhin um sein künstlerisches Erbe.
Hatte Gustav Klimt Kinder?
Ja. Nach heutigem Forschungsstand hatte Gustav Klimt sechs uneheliche Kinder. Die gemeinnützige Klimt Foundation nennt Gustav Ucicky als ersten unehelichen Sohn und fünf weitere Kinder aus Beziehungen mit Maria „Mizzi“ Zimmermann und Consuela Camilla „Ella“ Huber.
Interessant ist, dass in Klimts offizieller Todfallsanzeige keine Kinder aufschienen. Dennoch wurden die drei Frauen und ihre Kinder von Klimt finanziell unterstützt und erhielten nach seinem Tod Abfindungen von seinen Erben.
Gustav Ucicky
Gustav Ucicky wurde am 6. Juli 1899 geboren. Seine Mutter war Maria Ucicka. Eine Forschungsedition der Klimt Foundation wertete später den erhaltenen Briefwechsel zwischen ihr und Klimt aus und sieht darin einen Beleg für Klimts Vaterschaft.
Ucicky wurde später Kameramann und Filmregisseur. Er sammelte zahlreiche Werke seines Vaters, wobei seine eigene Karriere während der NS-Zeit heute ebenfalls kritisch historisch untersucht wird.
Wie beeinflusste seine Familie Klimts Karriere?
Die Familie beeinflusste Klimts künstlerischen Weg unmittelbar. Seine Zusammenarbeit mit Ernst führte zu frühen Großaufträgen, während der Tod von Vater und Bruder 1892 eine persönliche und berufliche Krise auslöste.
Auch die Familie Flöge war wichtig. Durch sie lernte Klimt Emilie kennen und verbrachte ab 1898 regelmäßig seine Sommerfrische im Salzkammergut. In dieser Zeit entstanden zahlreiche Landschaftsbilder, die heute einen bedeutenden Teil seines Werks ausmachen.
Für weitere österreichische Kulturgeschichte passt hier auch ein interner Verweis auf Jetty Treffz, eine andere bedeutende Persönlichkeit des Wiener Kulturlebens des 19. Jahrhunderts.
Was geschah nach Gustav Klimts Tod?
Gustav Klimt starb am 6. Februar 1918. Emilie Flöge blieb eine zentrale Person bei der Bewahrung seines Nachlasses. Das unvollendete Gemälde „Die Braut“ gelangte zunächst an sie und später an Gustav Ucicky.
Auch andere Familienmitglieder trugen zur Erhaltung seines Werks bei. Franziska Klimt, die Witwe von Gustavs Bruder Georg, schenkte dem Wien Museum 1944 insgesamt 273 Klimt-Zeichnungen. Dadurch entstand einer der weltweit bedeutendsten Bestände seiner Arbeiten auf Papier.
Fazit: Was wissen wir über Gustav Klimts Familie?
Die Gustav Klimt Familie bestand aus Eltern, sechs Geschwistern, engen Verwandten der Familie Flöge und mehreren unehelichen Kindern. Besonders prägend waren sein Bruder Ernst und dessen Schwägerin Emilie Flöge, die Klimt bis zu seinem Tod eng verbunden blieb.
Das Leopold Museum dokumentiert Klimts Eltern und Geschwister ausführlich. Die Klimt Foundation bestätigt sechs uneheliche Kinder, während das Wien Museum zahlreiche Fotografien und Werke aus dem Umfeld von Klimt und Emilie Flöge bewahrt.
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Häufig gestellte Fragen
1. Wie viele Geschwister hatte Gustav Klimt?
Gustav Klimt hatte sechs Geschwister: Klara, Ernst, Hermine, Georg, Anna und Johanna. Er selbst war das zweite von sieben Kindern.
2. Wer waren Gustav Klimts Eltern?
Sein Vater hieß Ernst Klimt senior und arbeitete als Goldgraveur. Seine Mutter hieß Anna Klimt.
3. War Gustav Klimt verheiratet?
Nein. Klimt heiratete nie. Seine engste lebenslange Vertraute war die Modeschöpferin Emilie Flöge.
4. Wie viele Kinder hatte Gustav Klimt?
Die Klimt Foundation dokumentiert sechs uneheliche Kinder aus Beziehungen zu drei Frauen.
5. War Emilie Flöge die Mutter seiner Kinder?
Dafür gibt es keinen Beleg. Die dokumentierten Kinder werden mit Maria Ucicka, Maria „Mizzi“ Zimmermann und Consuela Camilla „Ella“ Huber in Verbindung gebracht.


